Telefunken RA 100 Verstärker

  1. Äußere Werte
  2. Innere Werte
  3. Überarbeitung 2015
    1. Ersatz des Siebkondensators
  4. Modifikation in 2020
  5. Unterstützung moderner Tapedecks am RA100
  6. Vergleich mit einem modernen Verstärker
    1. Und der (Hör-) Eindruck ?
  7. Resümee
    1. Nachtrag

Ende 1984 fand dieser Integrated Amplifier RA 100 von Telefunken seinen Weg zu mir und verrichtet seitdem seinen Dienst bei mir ohne gravierende Ausfälle zusammen mit über die Jahre immer wieder wechselnden anderen HiFi Komponenten.

Ins Auge fällt bei diesem Verstärker gleich seine Bauart, er ist mit 56 mm Höhe sehr flach und das Chassis ist komplett aus Metall gefertigt. Dies macht sich auch im Gewicht bemerkbar. Mit seinen knapp 6 Kg ist er kein Leichtgewicht mehr.

Telefunken Integrated Amplifier RA 100 – Bj. 1984

Äußere Werte

Die detaillierten technischen Daten sind im Netz abrufbar z.B. bei Alfred Arnold oder im HiFi-WIKI. Hier nur die wichtigsten Daten :

Ausgangsleistung : 2 x 40/60 Watt an 4 Ohm
Frequenzgang : 10 Hz … 40 KHz
Regler : Balance, Höhen, Tiefen

  • Höhen : ± 12 dB bei 15 kHz
  • Tiefen : ± 17 dB bei 40 Hz

Eingänge : Tuner, Tape, Aux und Phono, Ausführung als DIN Buchsen
Ausgänge : 4 Lautsprecherausgänge 4-8 Ohm, Kopfhörerausgang 8-200 Ohm
Features : Loudness, High-Filter (Rauschfilter) und Mono-Taste, Lautsprecher-Schutzrelais
Preis : 1984 um die 400,- DM

Ein- und Ausgänge

Dieser Verstärker wurde Anfang der 80-ziger Jahre gebaut zusammen in einer Serie mit diversen anderen HiFi Komponenten von Telefunken wie z.B. den Tuner RT100 oder die Tape Decks RC100 und RC200.

Innere Werte

Aufgrund seiner flachen Bauweise konnte Telefunken keinen Standard-Transformator verbauen sondern hat hier einen flachen und hochwertigen Ringkerntransformator verbaut. Zwei Platinen zieren das Innenleben, eine Hauptplatine auf der der komplette vierstufige Verstärker verbaut ist und eine zusätzliche kleine Platine (oben rechts) für den Phono/Entzerr-Vorverstärker.

RA 100 – Innenleben

Der vierstufige Verstärker ist bis auf die letzte (End-)Stufe diskret mit bedrahteten Bauteilen aufgebaut, wie auch sonst der komplette Verstärker. SMD Bauteile waren bei diesem Verstärker noch kein Thema. Die Endstufe wurde nicht mehr diskret sondern durch ein IC vom Typ STK 465 realisiert wobei beide Kanäle durch ein IC geschleust werden. Der Phono Vorverstärker wurde mit rauscharmen ICs vom Typ HA12017 aufgebaut. Insgesamt macht der Verstärker trotz der kleinen Abmessungen einen recht aufgeräumten Eindruck.

Die Endstufe des RA 100

Weitere sehr detaillierte Informationen zum Sanyo STK465 gibt es auf der Homepage vom Peter Vis.

Überarbeitung 2015

Nach etwa 30 Jahren Betrieb zeigten sich dann Mitte des letzten Jahrzehntes doch die ersten Ausfallerscheinungen bei dem Verstärker und die Frage stand im Raum ob dieser nun zu ersetzen sei oder ob eine Überarbeitung einen Weiterbetrieb ermöglichen würde. Auffällig war ein 50 Hz Netzbrummen bei unbeschalteten Eingängen bei hoher Lautstärke. Hinzu kamen Knackgeräusche in den Lautsprechern beim Ein- und Ausschalten des Verstärkers. Das Netzbrummen deutete auf Alterung der Siebkondensatoren hinter dem Gleichrichter hin und die Knackgeräusche auf ein Problem mit der Lautsprecher Schutzschaltung. Nach der Analyse entschloss ich mich den Verstärker komplett zu überarbeiten. Dies beinhaltete :

  • Ersatz des 2 x 4700 μF Siebkondensators durch 2 x 10000 μF Elkos, dadurch gehörte das Netzbrummen der Vergangenheit an
  • Austausch weiterer Elkos auf der Hauptplatine durch neue Elkos
  • Ersatz sämtlicher Koppelkondensatoren (Elkos) zw. den Verstärkerstufen durch hochwertige WIMA Folienkondensatoren
  • Austausch des Lautsprecher Schutzrelais
  • Anpassung der Lautsprecher Schutzschaltung um das o.g. Knacken zu verhindern
Neue Siebkondensatoren und neues Relais

Seit dieser Überarbeitung verrichtet der Verstärker wieder klaglos seinen Dienst. Angeschlossen sind diverse HiFi Komponenten von DAB+ Tuner über CD-Player bis hin zu einem Denon Netzwerkplayer mit Apple AirPlay Unterstützung. Auf der anderen Seite kommen Nubert nuLine 34 Lautsprecher zum Einsatz mit denen der doch recht kleine Verstärker hervorragend harmoniert.

Ersatz des Siebkondensators

Der verbaute originale Siebkondensator ist ein Doppel-Elko, der in einem Gehäuse untergebracht ist. Dieser Doppel-Elko filtert die vom Gleichrichter gelieferten Spannungen von etwa +32V und -32V, die für den Betrieb des Verstärkers notwendig sind. Ein identisches Bauteil war leider nicht mehr bei den üblichen Distributoren erhältlich, daher wurde es durch zwei einzelne Elkos ersetzt. Um den ursprünglichen Doppel-Elko korrekt zu ersetzen, müssen die beiden Ersatz-Elkos entsprechend verdrahtet werden.

Die entsprechenden Anschlüsse am alten Doppel-Elko sind wie im Bild unten beschrieben. Die beiden Ersatz-Elkos müssen gemäß dem oben stehenden Schaltplan verdrahtet werden. Da möglicherweise auch andere Doppel-Elkos verbaut wurden, empfehle ich auf jeden Fall vor dem Austausch eine Messung mit einem Voltmeter durchzuführen.

Modifikation in 2020

Die neueste Komponente, jedenfalls vom Anschaffungsdatum her, ist ein mittlerweile gut 38 Jahre alter Plattenspieler, ein Panasonic SL-H401 welcher von den technischen Daten her praktisch baugleich ist mit dem Technics SL-D3. Dieser Plattenspieler hat keinen internen Vorverstärker, muss daher an den Phono-Eingang angeschlossen werden. Hierbei traten allerdings Probleme auf. Zunächst einmal waren Brumm/Erdschleifen mehr oder weniger deutlich hörbar und recht penetrant. Hinzu kam eine leichte aber hörbare Asymmetrie zw. den Pegeln der beiden Kanäle. Ein externer Vorverstärker von Dynavox löste diese Probleme vollständig. Zusätzlich hat dieser externe Vorverstärker auch noch ein etwas geringeres Grundrauschen als der interne Vorverstärker. Das Ende vom Lied war, dass ich den internen Vorverstärker stillgelegt habe und den Phono-Eingang zu einem AUX-Eingang für den externen Vorverstärker modifiziert habe. Damit erreiche ich nun auch mit dem Plattenspieler eine sehr gute Audioqualität.

Unterstützung moderner Tapedecks am RA100

Nachdem mein altes Telefunken RC200 Tapedeck vor über 25 Jahren seinen Dienst eingestellt hatte und es bisher auch nicht wirklich die Notwendigkeit für einen Nachfolger gab, wurde der TAPE-Anschluss über die Jahre für andere Quellen verwendet.

Im Keller lagerten gut verpackt etwa 50 Metallkassetten, meist von TDK, aus den 80er-Jahren. Angesichts der Preise, die mittlerweile für gute Metallkassetten in der Bucht aufgerufen werden, stellte sich mir die Frage, ob ich meine Kassetten meistbietend verkaufe oder anfange, sie wieder zu verwenden. Ich entschied mich für Letzteres.

Vor einiger Zeit konnte ich ein sehr günstiges Telefunken TC 450 M ersteigern, das um 1980 herum gebaut wurde. Nach Reinigung und Überarbeitung funktioniert dieses Tapedeck an dem RA100 nun wieder ohne Probleme. Leider ist jedoch die ältere Version der HighCom-Rauschunterdrückung, die im TC 450 M verbaut ist, nicht wirklich kompatibel mit der HighCom-Rauschunterdrückung meines alten RC200, mit dem ich alle meine Kassetten aufgenommen hatte. Hinzu kommt, dass die ersten HighCom-Kompander, die auch im TC 450 M verbaut wurden, noch Kinderkrankheiten wie etwa Pumpen hatten.

Daher habe ich dieses ansonsten sehr feine Tapedeck mittlerweile durch ein deutlich moderneres Yamaha KX 493 ersetzt. Dieses ist über 20 Jahre jünger und von den technischen Daten her ebenfalls deutlich besser als das Telefunken TC 450 M, wobei Letzteres keineswegs schlecht ist.

Allerdings gab es anfänglich Probleme mit der Inbetriebnahme des Yamaha-Tapedecks am RA100. Letzterer hat bekanntlich noch DIN-Ein- und -Ausgänge, während das Yamaha mit Cinch-Anschlüssen ausgestattet ist. Naiverweise dachte ich, dass ein entsprechendes Adapterkabel den Anschluss des Yamaha an meinen RA100 problemlos ermöglichen würde – weit gefehlt.

Angeschlossen an den RA100 zeigte das Yamaha bei der Aufnahme einen viel zu niedrigen Pegel, selbst wenn der Pegelregler am Yamaha auf 100 % stand. Mindestens 15 dB fehlten bis zur 0-dB-Marke.

Nach einigen Recherchen fand ich heraus, dass dies am DIN-Anschluss des RA100 liegt. Dieser folgt natürlich dem DIN-Standard, der Ende der 1950er-Jahre definiert wurde, und seinerzeit mussten noch hochohmige Geräte (Röhrengeräte) unterstützt werden. Daher ist der DIN-Ausgang zum Tapedeck im RA100 hochohmig ausgelegt, was auch kein Problem ist, solange der Eingang (Tapedeck) ebenfalls hochohmig ausgelegt ist – was immer der Fall ist, wenn das Gerät einen alten DIN-Anschluss hat.

Das Yamaha-Tapedeck hat jedoch Cinch-Anschlüsse, und Ende der 90er-/Anfang der 2000er-Jahre wurde auf hochohmige Peripherie keine Rücksicht mehr genommen. Röhrengeräte waren längst Geschichte, und der Eingang des Yamaha-Tapedecks wurde von den Ingenieuren niederohmig ausgelegt. Ein hochohmiger Verstärkerausgang, verbunden mit einem niederohmigen Tapedeckeingang, führt jedoch zu einem erheblichen Pegelverlust bei der Aufnahme. Diese beiden Gerätetypen sind eigentlich inkompatibel zueinander.

Grundsätzlich könnte man den Pegel über einen separaten Vorverstärker um den Faktor 25 bis 50 erhöhen, allerdings verbessert sich dadurch das Signal-Rausch-Verhältnis nicht wirklich. Die einzige qualitativ gute Lösung ist die Umstellung des Tape Verstärkerausgangs von hochohmig auf niederohmig. Zum Glück haben es sich die Entwickler des Telefunken RA100 leicht gemacht. Der hochohmige Ausgang wird einfach dadurch erreicht, dass in jeden Kanal ein 1-MΩ-Längswiderstand eingeführt wurde. Wenn dieser zum Beispiel durch einen 22-kΩ-Widerstand ersetzt wird, kann eine Pegelerhöhung um den Faktor ~50 (~15 dB) erreicht werden, was völlig ausreichend ist für das Yamaha-Tapedeck.

Somit wurde der RA100 kurzerhand umgebaut. Die beiden 1-MΩ-Widerstände wurden durch zwei 22-kΩ-Widerstände ersetzt. Dadurch erreicht der Pegel im Tapedeck bei der Aufnahme und bei 50 % Einstellung des Pegelreglers nun recht genau 0 dB, also ein nahezu perfektes Niveau. Der RA100-Verstärker zeigt sich erwartungsgemäß durch die Veränderung der beiden Längswiderstände wenig beeindruckt, d.h., mit dieser kleinen Änderung im RA100 können auch moderne Tapedecks, die keinen DIN-Anschluss mehr haben, an dem Verstärker betrieben werden.

Vergleich mit einem modernen Verstärker

Über 30 Jahre liegen zwischen dem Telefunken RA-100 und dem Denon PMA-720AE welchen ich ebenfalls betreibe. Ein Jahr nachdem ich mir den RA-100 zugelegt hatte lief der Film Zurück in die Zukunft in den Kinos, Mobil-Telefone für die breite Allgemeinheit gab es noch nicht, die Digitalisierung steckte noch in den Kinderschuhen. Auch der Denon ist ein Kind seiner Zeit, Mikroprozessor gesteuert, Fernbedienung, Eingang für Netzwerk-Player, Pre-Outs usw.

Auch von den technischen Daten her überzeugt der Denon, während der Telefunken einen Klirrfaktor von 0,1% aufweist hat der Denon einen 10-fach geringeren Klirrfaktor von 0,01%. Der Störabstand beträgt beim Denon beeindruckende 107 dB, davon konnten analoge Verstärker in den 80-er Jahren nur träumen. Nichtdestotrotz übertraf schon der Telefunken Verstärker in allen Aspekten die Anforderungen der damaligen HiFi DIN Norm 45500, was aber in den 80-er Jahren für die Hersteller keine wirkliche Herausforderung mehr war.

Und der (Hör-) Eindruck ?

Hier gab es eine für mich große Überraschung. Der knapp 40 Jahre alte Telefunken hört sich für mich subjektiv an meinen nuline 34 Lautsprechern deutlich (!) besser an als der viel neuere Denon. Der Unterschied war insbesondere bei Verwendung des Plattenspielers sehr deutlich hörbar aber auch deutlich bei anderen Quellen.

Die Gründe hierfür liegen offensichtlich in den beim Denon nur recht moderaten Einstellmöglichkeiten für Höhen und Tiefen und in der Loudness-Schaltung die beim Denon Verwendung findet.

Ich höre meist nur bei recht moderaten Lautstärken und um nun bei diesen geringen Lautstärken eine gehörrichtige Lautstärke zu erreichen und somit einen guten Gesamteindruck der abgespielten Musik verwende ich sowohl am Telefunken als auch am Denon die Loudness-Funktion und hier treten deutliche Unterschiede zwischen beiden Geräten zu Tage was aber auch dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet ist. Weitere Informationen zur Loudness-Funktion gibt es z.B. bei Wikipedia. (*)

Der Telefunken erlaubt bei den Tiefen eine Regelung um ± 17 dB und bei den Höhen um ± 12 dB. Der Denon hingegen nur ± 8 dB bei Höhen und Tiefen. Der Telefunken hat hier also bereits deutlich mehr Reserven. Zur Erinnerung, ein Unterschied von +6 dB bedeutet eine Vervierfachung der Leistung.

Hinzu kommt die unterschiedliche Auslegung der Loudness-Schaltung. Während bei beiden Verstärkern die Wirkung der Loudness-Funktion an die Lautstärke gekoppelt ist greift die Loudness-Schaltung beim älteren Telefunken bereits bei 50 Hz, beim Denon erst bei 100 Hz.

Im Ergebnis und in Summe benötigt der Denon um (für mich) ausreichend Tiefgang auch bei niedrigen Lautstärken zu erreichen einen Subwoofer während der Telefunken genügend Regelungsspielraum hat um auch ohne Subwoofer einen mehr als ausreichenden Tiefgang zu erreichen. Die Höhen passen hingegen für mich bei beiden Verstärkern.

(*) Anmerkung:
Sinn und Unsinn der Loudness-Funktion wird und wurde schon immer sehr kontrovers diskutiert. Loudness war gerade in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhundert sehr verbreitet und das Verfahren auch nach DIN/ISO standardisiert. In den vergangenen Jahren sind die Hersteller allerdings mehr und mehr dazu übergegangen die Loudness-Funktion wieder aus ihren Verstärkern wegzurationalisieren. Das mag Kostengründe haben und/oder auch dem aktuellen Zeitgeist entsprechen. Letztendlich muss jeder nach seinem ganz persönlichen Hörempfinden entscheiden ob der Gesamteindruck einer HiFi Konfiguration mit oder ohne Loudness den eigenen Vorstellungen und Wünschen entspricht.

Resümee

Trotz an sich i.d.R. guter Reviews im Netz über den Telefunken RA 100 wird auch gelegentlich negativ über das dort verbaute IC STK 465 geschrieben. Hauptkritikpunkt ist dabei offensichtlich eine (vermeintlich) beschränkte Lebensdauer und hohe Empfindlichkeit des ICs. Beides kann ich nicht nachvollziehen. Bei mir werkelt nach wie vor das original IC in meinem Verstärker, seit nunmehr 36 Jahren. Allerdings habe ich mir zwei Ersatz-ICs auf Lager gelegt, man weiß ja nie…

Ob nun eine IC Endstufe audiophilen Ansprüchen gerecht wird oder auch nicht kann ich nicht sagen, ich persönlich bin mit der Leistung und Klangqualität in der bei mir vorliegenden Konstellation von HiFi Komponenten, Lautsprechern und dem Aufstellungsort sehr zufrieden und kann diesen Verstärker nur empfehlen.

Nachtrag

Ein genauerer Blick auf die Seite vom Peter Vis zum STK465 zeigt, dass dieses „IC“ eigentlich gar keines ist sondern eher ein diskret aufgebauter Stereo-Endverstärker welcher aus Convenience-Gründen in ein Plastik-Gehäuse verpackt wurde.


Schreibe einen Kommentar

Kommentar

  1. Das sich heutzutage noch Leute mit der Reparatur solcher Dinge so Engagiert zeigen ist schon beeindruckend.Aus der Zeit gab es auch rm30 Vor und Endstufe fernbedienbar Plattenspieler rs30 auch fernbedienbar . aus Kind guckte ich mir die Augen danach aus .Heute besitze ich solch ein Gerät

    • Hallo,
      die kannte ich noch gar nicht. Gerade der RS30 kommt rein optisch sehr gefällig um nicht zu sagen auffällig herüber mit seinen damals Telefunken-untypisch runden Knöpfen.
      VG, H.Wichmann

  2. Hallo Herr Wichmann,
    toller Verstärker und vielen Dank für die Veröffentlichung dieses ausführlichen Berichtes. Schön das diese solide Technik gepflegt, erhalten und wertgeschätzt wird.
    Auch ich konnte solch einen Verstärker ergattern. Dieser hat leider ebenfalls ähnliche Symptome wie sie bei ihnen auftraten. Das war aber auch der Grund, warum ich ihn für kleines Geld ersteigern konnte. Nun möchte ich ihn ebenfalls retten, um ihn zeitnah einmal störungsfrei genießen zu können.
    Können Sie mir daher bitte einmal weitere Details zukommen lassen, wie sie den Umbau von diesem exotischen einzelnen Siebelko (welcher 2 Kapazitäten in einem Gehäuse vereint) auf die 2 separaten im Bild ersichtlichen 10.000 μF bewerkstelligt haben. Gibt es vielleicht eine Skizze, wie man das optimal verschalten sollte. Vielleicht reichen mir auch etwas detailliertere Fotos.
    Vielen Dank und weiterhin viel Freude mit Ihrem Telefunken
    Christian P.

    • Hallo Herr Prange,

      es freut mich, dass dieser solide alte Telefunken-Verstärker weiterhin neue Nutzer findet. Der Ersatz dieses Doppel-Sieb-Elkos hatte mir anfangs etwas Kopfzerbrechen bereitet. Ein Service-Manual und einige Messungen an dem Bauteil haben jedoch recht schnell gezeigt, wie dieser verdrahtet ist.

      Da es vermutlich etwas schwierig ist, eine Beschreibung für den Ersatz dieses Elkos im Kommentarbereich zu geben, habe ich kurzerhand den Artikel oben um ein Kapitel „Ersatz des Siebkondensators“ erweitert. Ich hoffe, diese Beschreibung hilft Ihnen dabei, Ihren Verstärker zu reparieren.

      Viel Erfolg und viele Grüße
      H.Wichmann

      • Vielen Dank Herr Wichmann, habe den neuen Absatz eben neugierig durchgelesen. Dieser ist für mein Vorhaben in der Tat sehr hilfreich. Mit diesen Infos, dem Bild u. dem Schaltschema kann ich mich nun einmal gezielt mit dem Aufbau einer Ersatzschaltung befassen und in erster Linie prüfen, ob der Auslieferungszustand meines RA100 baugleich zu ihrem ist, um so das Vorhaben nach und nach in die Realität umzusetzen.
        Danke für diesen tollen und sehr nützlichen Austausch.

  3. Hallo Herr Wichmann

    Ich habe mir vor 20 Jahren auch einen RA 100 gebraucht gekauft. Mir ist damals schon aufgefallen das der Verstärker bei hoher Lautstärke, Loudness und viel Bass ausschaltet. Die Schutzschaltung ist dan ca 5 sek. Aktiv. Da hört man ein Relais klacken. Im www liest man gerne das der STK465 gerne das Zeitliche segnet. Den habe ich bereits getauscht. Es gibt aber damit leider keine Änderung.

    • Hallo,

      Der RA 100 verwendet den TA7317P zum Schutz der Lautsprecher und der Endstufe. Dieser sorgt für die Einschaltverzögerung der Lautsprecher und trennt sie ebenso frühzeitig beim Zusammenbrechen der Spannungsversorgung (z.B. beim Ausschalten). Zusätzlich haben die Telefunken-Ingenieure die Spannungsversorgung dieses Chips an einen Thermoschalter gekoppelt. Ich vermute daher, dass dieser Thermoschalter im Betrieb auslöst, sobald die Temperatur der Endstufe bzw. des Kühlkörpers einen Schwellwert überschreitet.

      VG, H.Wichmann