Analoge SW Filmentwicklung

In den vorherigen Beiträgen hatte ich über meine Erfahrungen mit verschiedenen Schwarzweiß Filmen berichtet welche ich natürlich auch selbst entwickelt hatte. In der Tat arbeite ich bei analogen Filmen hybrid, d.h. ich entwickle die Filme selber ganz klassisch, analog zu Negativen, anschließend gehen die Negative in die digitale Dunkelkammer, sprich werden scanned und dann am Computer ggf. weiter verarbeitet.

Filmentwicklung

Igendwo im Netz fand ich vor einiger Zeit die Aussage, dass Filme entwickeln auch nicht viel schwieriger sei als Nudeln zu kochen. Nun ja, auch beim Nudeln kochen kann man einiges falsch machen, bei der Filmentwicklung allerdings noch ein wenig mehr. Somit, ein wenig schwieriger ist die Filmentwicklung schon, insbesondere gibt es deutlich mehr potentielle Fallstricke als beim Nudeln kochen.

Die wichtigsten Utensilien zum Entwickeln von SW Filmen

Die Entwicklung von SW Filmen unterteilt sich grundsätzlich in vier Schritte, das eigentliche Entwickeln, das Stoppen, Fixieren und das Wässern. Im Verlauf der Entwicklung wird das latente Bild entwickelt. Damit das Negativ aber nicht überentwickelt wird muss die Entwicklung nach Ablauf einer bestimmten Zeit die vom verwendeten Film und dem Entwickler abhängt gestoppt werden mit einem Stopbad. Das Stopbad kann z.B. eine stark verdünnte Lösung aus Essig sein, einfaches Leitungswasser reicht aber auch und ist dabei auch noch geruchsneutral. Da das Negativ nach Abschluß der Entwicklung aber noch lichtempfindlich ist muss es noch fixiert werden. Nach der Fixierung ist das Negativ eigentlich schon fertig, allerdings muss es noch von den Resten der verwendeten Chemikalien befreit werden, dies geschieht bei der Schlußwässerung. Anschließend können die Negative über Nacht trocknen.

Film teilweise eingefädelt in die Entwicklungsspirale – Dieser Vorgang muss natürlich in absoluter Dunkelheit erfolgen

Weiter unten habe ich noch einige Links aufgeführt, die den Entwicklungsprozess von SW Filmen im Detail sehr gut beschreiben.

Bisher habe ich alle meine Schwarzweiß Filme in Adonal und FX39-II entwickelt. Adonal ist ein gutmütiger und ausgleichender Filmentwickler für Schwarzweiß Filme der auf dem alten Rodinal von Agfa basiert. Insbesondere bei niedrig und mittel empfindlichen klassischen SW-Filmen (bis ISO 200) ergibt Rodinal i.d.R. recht gute Ergebnisse. Auch höher empfindliche klassische SW-Filme (bis ISO 400) können in Adonal entwickelt werden, die Negative werden dann aber schon recht körnig. Für höher empfindliche Filme gibt es geeignetere Entwickler die das Korn besser unterdrücken resp. nicht zu stark betonen, z.B. Atomal.

Der FX39-II ist ein moderner universeller Entwickler der auf dem alten FX39 basiert und von Adox verbessert wurde. Er harmoniert mit klassischen Filmen aber auch mit moderneren Flachkristallfilmen.

Neben den klassischen SW-Filmem wie den Ilford FP4+ oder den Fomapan 100 gibt es noch weitere spezielle SW Filme mit neuerer Technologie (Core-Shell, T-Grain / Flachkristall) die eine andere, flachere Kornstruktur aufweisen welche nach der Entwicklung zu deutlich feinerem Korn führen. Filme mit dieser Technologie sind z.B. die Ilford Delta oder Kodak T-Max Filme. Diese Filme können auch in Rodinal/Adonal entwickelt werden, die Ergebnisse sind i.d.R. aber nicht überzeugend. Andere Entwickler (z.B. Atomal, Xtol, FX39-II) führen hier zu besseren Ergebnissen. Zum Weiterlesen, auf emulsive.org gibt es einen umfangreichen Artikel hierzu nebst Test-Bildern.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein Film/Entwicklervergleich auf dieser norwegischen Seite.

Einen weiteren interessanten Vergleich zwischen Ilford HP5+ und Ilford Delta 400 habe ich auf Carmencita gefunden.

Links zur Filmentwicklung

Als ich wieder begonnen hatte selber Schwarzweiß Filme zu entwicklen haben mir folgende Links sehr geholfen die ein gute und detaillierte Beschreibung des Entwicklungsprozesses beinhalten.

Wer deutlich tiefer in die Materie einsteigen möchte dem seien folgende Seiten empfohlen.

Daneben enthalten die Datenblätter der verschiedenen Filme und Entwickler auch noch umfangreiche Informationen zur Entwicklung. Sehr umfangreich sind z.B. die Datenblätter von Ilford.

Digitale Dunkelkammer

Die entwickelten Negative scanne ich anschließend mit einem Konica Minolta Dimage Scan Elite 5400 II Filmscanner der eine maximale Auflösung von ~5400 dpi erreicht. Diese Auflösung ist hoch genug um auch sehr gering empfindliche Filme in ausreichender Auflösung scannen zu können. Einziger Nachteil dieses ansonsten sehr guten Scanners ist die Beschränkung auf das Kleinbildformat. Mittelformatnegative können mit diesem Scanner leider nicht scanned werden. Hier ist ein kurzer Bericht über den Konica Minolta Filmscanner zu finden.

Konica Minolta Dimage Scan Elite 5400 II Filmscanner

Anschließend findet die Weiterverarbeitung am PC statt mittels PaintShop Pro Ultimate statt. Anfänglich hatte ich Gimp und Darktable für die Weiterverarbeitung verwendet aber insbesondere Gimp erfordert einige Einarbeitungszeit bevor man es wirklich gewinnbringend anwenden kann. Aufgrund des Abo-Modells kam Adobe Photoshop für mich nicht mehr in Frage und mit Adobe Photoshop Elements bin ich nie richtig warm geworden.

Kurzanleitung für die SW Filmentwicklung

Im Verlauf der letzten > 12 Monate habe ich mir eine Anleitung geschrieben zur Schwarzweiß Filmentwicklung. Diese basiert auf diversen Dokumenten, Datenblättern, Forumsbeiträgen und natürlich auch auf eigenen Erfahrungen in den vergangenen > 12 Monaten mit verschiedenen SW Filmen. Die Kurzanleitung für die SW Filmentwicklung steht zum Download als PDF zur Verfügung.