Fomapan 100 – Impressionen

Neben dem PAN F Plus und dem FP4 Plus von Ilford habe ich in den letzten Wochen erstmalig einige 35 mm Rollen Fomapan 100 verschossen. Zum Einsatz kam dabei meine Nikon FM2n mit verschiedenen Nikon AI und AIS Festbrennweiten.

Der Fomapan 100 ist ein im Vergleich sehr günstiger (der günstigste ?) klassischer panchromatischer Schwarzweißfilm mit ISO 100/21° Nennempfindlichkeit, laut Hersteller feinkörnig und hochauflösend. Informationen und Datenblatt vom Hersteller sind im Netz zu finden unter Foma Bohemia.

Neben dem Fomapan 100 gibt es von Foma auch noch den Fomapan 200 und den Fomapan 400 wobei der 200-er Film anders aufgebaut ist ähnlich T-Grain und die Fomapan 100 und 400 klassische Emulsionen sind. Die Foma Filme gibt es als Kleinbildfilm, Rollfilm und Planfilm.

Recherchiert man im Netz findet man häufiger Hinweise, dass der Film eher grobkörnig ist im Vergleich zu anderen Emulsionen gleicher oder ähnlicher Empfindlichkeit und das der Fomapan 100 zu Aufsteilen neigt, d.h. die Lichter können leicht ausbrennen und das dieser Film eher nur bedingt tauglich ist für das Kleinbildformat. Hinzu wird wiederholt von Herstellungsfehlern bei Filmen von Foma berichtet.

Derart vorgewarnt bin ich mit relativ niedriger Erwartungshaltung was die Ergebnisse anbelangt an diesen Film heran gegangen und habe die o.g. Hinweise teils bestätigen können, war aber teilweise auch positiv überrascht über die Ergebnisse.

Fomapan 100 – 50 mm

Die Neigung zum Aufsteilen bei konstrastreichen, hellen Motiven konnte ich prompt bei meinen ersten beiden Fomapan 100 Filmen nachvollziehen. Der erste wurde in Rodinal mit 1+50 auf 10,5 Minuten bei 18°C entwickelt. Unangenehm fiel dieses Verhalten aber nur bei sehr hellen und kontrastreichen Motiven auf. Angenehm überrascht hat mich hingegen das durchaus feine Korn welches der Fomapan 100 zeigt.

Den zweiten Fomapan 100 hatte ich ebenfalls in Rodinal 1+50 bei 9,5 Minuten in 18,5°C entwickelt. Der Film kommt mit einem angenehm klassischen Look daher wobei man immer bei kontrastreichen Motiven auf die Lichter aufpassen muss.

Burg Egloffstein – 50 mm

Auch die erreichbare Schärfe ist durchaus gut und ansprechend. Im direkten Vergleich zum Ilford PAN F hingegen ist letzterer dann doch deutlich feinkörniger und schärfer. Überraschend hingegen war der Vergleich zu einem Ilford FP4 welcher teilweise sogar noch etwas körniger war als der Fomapan 100. Die Ursache liegt aber vermutlich darin begründet, dass ich den FP4 in Rodinal 1+25 entwickelt habe und Rodinal in höheren Konzentrationen das Korn eher betont.

Burg Egloffstein – 135 mm
Fomapan 100 – 50 mm + Gelbfilter (Ausschnitt)

Nach diesen ersten Erfahrungen bin ich durchaus angetan von dem Fomapan 100 und seinem klassischen Look. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar.

Fomapan 100 – 50 mm

Herstellungsfehler der Emulsionen hatte ich bisher nicht. Der Film ist beim Einspulen in die Spirale (Entwicklungsdose) gutmütig und lässt sich gut weiter verarbeiten und scannen. Nichtsdestotrotz ist dieser Film meiner Meinung nach nur bedingt für Anfänger geeignet. Werden kontrastreiche und helle Motive nicht korrekt belichtet und insbesondere nicht angepasst entwickelt läuft man Gefahr, dass die Lichter ausbrennen. Hier ist der Fomapan 100 durchaus etwas anspruchsvoller und nicht so unkompliziert wie z.B. ein Ilford FP4. Hat man sich aber mit diesen speziellen Eigenschaften des Films angefreundet können sich die Ergebnisse auch im 35 mm Bereich durchaus sehen lassen.

Fomapan 100 – 28 mm, Gelbfilter (wolkenloser Himmel)
Fomapan 100 bei bewölktem Himmel – 50 mm
Sportflughafen – 135 mm

Nachtrag

Nach einem weiteren Fomapan 100 verdichtet sich mein Eindruck, dass dieser Film nur bedingt für Anfänger geeignet ist. Selbst ein geringfügig in Rodinal 1+100 unterentwickelter Film neigte immer noch zum Aufsteilen wobei auch nicht mehr so extrem. Für Anfänger gibt es hier genügsamere und tolerantere Filme wie den Ilford FP4+ oder AgfaPhoto APX 100. Den Fomapan 100 werde ich zukünftig nur noch bei eher kontrastarmen Motiven einsetzen, abseits von hellem Sonnenlicht und harten Schatten. Portraits mit Fomapan 100 außerhalb direkten Sonnenlichts hinterließen z.B. bisher einen recht guten Eindruck, auch an eher bewölkten Tagen lieferte der Fomapan 100 recht gute Resultate.

2 Nachtrag

Mittlerweile habe ich zwei weitere Fomapan 100 verarbeitet mit für mich durchaus überraschenden Ergebnissen. Zwischenzeitlich war ich auf einen anderen Entwickler den Adox FX39 II gewechselt und und hatte damit verschiedene Ilford Filme (FP4, HP5 und Delta400) mit sehr guten Ergebnissen entwickelt. Dieser Entwickler liefert hierbei für mich bessere Ergebnisse als Rodinal/Adonal. Somit lag es nahe auch Fomapan 100 Filme in diesem Entwickler zu baden.

Überraschend waren für mich die durchaus ansprechenden Ergebnisse in diesem Entwickler im Vergleiche zu Rodinal. Auch beim FX39 neigt der Fomapan 100 bei sehr kontrastreichen Motiven noch zum Aufsteilen, allerdings lange nicht mehr so exzessiv wie in Rodinal/Adonal. Entwickelt wurde der Fomapan 100 dabei schlicht nach Datenblatt. Bei einigen Bildern musste ich noch die Belichtung des Scanners erhöhen, da die Negative etwas zu dicht waren aber die meisten Negative konnten einfach mit meiner Standardeinstellung scanned werden.

Unten noch ein paar aktuelle Ergebnisse, Fomapan 100 entwickelt in FX39 II.

3 Nachtrag

Testweise hatte ich kürzlich einige Fomapan 100 in Fomadon Excel entwickelt. Excel ist vom Typ her ein Entwickler wie XTOL oder XT-3 von Adox. Die Ergebnisse sind durchaus ansprechend, allerdings ist auch hier die Tendenz zum Aufsteilen immer noch sichtbar.

Fomapan 100 in Fomadon Excel
Fomapan 100 in Fomadon Excel