Transient Lunar Phenomenas (TLP) auch LTP (Lunar Transient Phenomena) genannt sind flüchtige Erscheinungen auf dem Mond. Üblicherweise wird der Mond als geologisch inaktiv angesehen, es gibt keinerlei Plattentektonik oder aktive Vulkane auf dem Mond. Nichtsdestotrotz gibt es seit Jahrzehnten immer wieder zahlreiche Berichte über nebelartige Verschleierungen, Farbveränderungen und Leuchterscheinungen auf dem Mond.
Da sowohl Amateur- als auch Berufsastronomen von außergewöhnlichen Erscheinungen auf dem Mond berichten können diese nicht einfach ins Reich der Phantasie verwiesen werden müssen aber grundsätzlich sehr kritisch betrachtet werden. Viele der Beobachtungen sind bei genauerer Betrachtung zurück zu führen auf instrumentelle Ursachen (z.B. Farbfehler der verwendeten optischen Elemente) oder auf atmosphärische Phänomene wie der atmosphärischen Refraktion. Zieht man diese zahlreichen False-Positives von den Berichten ab verbleiben aber noch etliche Berichte über Phänomene auf dem Mond die derzeit nicht durch lokale erdgebundene Ursachen erklärt werden können und die ihre Ursache tatsächlich in Vorgängen auf und unter der Mondoberfläche haben könnten. Diese sind Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen an denen auch Amateurastronomen aktiv beteiligt sind.
Ursachen von TLPs
Mögliche Ursachen von TLPs sind :
- Eruptionen der Sonne, Sonnewind
- Ausgasungen auf der Mondoberfläche
- Fluoreszenserscheinungen der Mondoberfläche
- Meteoriteneinschläge
TLPs beobachten
- TLPs erscheinen teilweise rot, Filterbeobachtungen mit roten und blauen Filtern sind zur Identifikation hilfreich
- Albedo-Änderungen, diese erscheinen bläulich, auch hier helfen Beobachtungen mit Filtern
- Details verschwimmen in betroffenen Regionen während umliegende Gebiete scharf und kontrastreich bleiben
- Teilweise (eher selten) werden Lichtblitze beobachtet
TLPs können visuell beobachtet werden unter Zuhilfenahem von Farbfiltern und Polarisationsfiltern. Fotografische Dokumentation als Nachweis ist sehr zu empfehlen. Darüber hinaus natürlich auch spektrografische Analysen betroffener Gebiete. Am Fernrohr sind zur Beobachtung von TLPs Vergrößerungen von 100..250 fach empfehlenswert.
False-Positives
Häufig werden TLPs beobachtet die z.T. auf lokale Ursachen zurück zu führen sind, im wesentlichen sind dies :
- Atmospärische Störungen, Refraktion in Horizontnähe, Seeing
- Chromatische Abberation (Farbfehler) des Beobachtungsinstrumentes
- Chromatische Abberation eingeführt durch Okulare (Auch beim Reflektor)
- Besondere Lichtsituationen auf dem Mond die selten vorkommen und zu Fehlinterpretationen führen
TLP Regionen
Im folgenden eine Liste von Regionen wo in der Vergangenheit TLPs beobachtet wurden. Die Spalten Rükl und Stoyan zeigen die zugehörigen Kartennummern in den Mondatlanten von Antonin Rückl und Ronals Stoyan. Die Spalte North das zugehörige Kapitel im Buch Den Mond beobachten von Gerald North.
| Region | Koordinaten | Rükl | Stoyan | North | Bemerkung |
| Alphonsus | 3°W/13°S | 44 | 23 | 8.4 | |
| Aristarch(us) | 48°W/24°N | 18 | 31 | 8.7 | 1/3 aller TLP Sichtungen |
| Grimaldi | 68°W/5°S | 39 | 37 | 8.20 | |
| Gassendi | 40°W/17°S | 52 | 33 | 8.22 | |
| Pitatus | 14°W/30°S | 54+64 | 23 | 8.32 | |
| Torricelli B | 29°O/2,5°S | 12 | 8.45 | ||
| Plato | 9°W/52°N | 3/4 | 20 | 8.33 | |
| Proclus | 47°O/16°N | 26 | 6 | 8.14 | |
| Messier + Messier A | 48°O/2°S | 48 | 7 | 8.28 | |
| Tycho | 11°W/43°S | 64 | 24 | 8.46 |
Links
Lunar Transient Phenomena (Dr. Tony Cook, Aberystwyth University)